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20 Watt. Und genau deshalb ist er interessant.

Luxman | L-100 CENTENNIAL

Beim L-100 CENTENNIAL steht eine Zahl im Datenblatt, die zunächst überhaupt nicht zu einem großen Luxman-Vollverstärker passen möchte.

20 Watt pro Kanal an 8 Ohm.

Der L-509Z hat 120 Watt, der L-507Z 110 Watt und selbst der L-505Z kommt auf 100 Watt.

Der L-100 ist trotzdem kein kleinerer Verstärker.

Luxman hat sich hier bewusst für einen anderen Weg entschieden: reinen Class-A-Betrieb.

Und damit wird dieses Gerät innerhalb der Luxman-Serie für mich besonders interessant.

Was bedeutet Class A überhaupt?

Ganz vereinfacht gesagt arbeitet die Ausgangsstufe eines Class-A-Verstärkers permanent.

Das ist elektrisch nicht besonders effizient. Der Verstärker verbraucht bereits ohne Musik viel Strom und ein großer Teil davon wird zu Wärme.

Dafür vermeidet diese Schaltungsart bestimmte Übergänge zwischen den Ausgangstransistoren, die bei anderen Verstärkerkonzepten entstehen können.

Luxman betreibt den L-100 vollständig in diesem Bereich. 20 Watt an 8 Ohm und 40 Watt an 4 Ohm.

Das ist kein technischer Gag zum 100-jährigen Firmenjubiläum.

Es ist eine bewusste Entscheidung für ein Verstärkerkonzept, das Luxman seit Jahrzehnten baut und jetzt mit der aktuellen Technik des Hauses neu umgesetzt hat.

Sind 20 Watt genug?

Das hängt vom Lautsprecher ab.

Und genau deshalb halte ich die pauschale Frage nach der Leistung eines Verstärkers für wenig hilfreich.

Ein Lautsprecher mit vernünftigem Wirkungsgrad kann mit 20 Watt Pegel erreichen, die in einem normalen Wohnraum vollkommen ausreichen. Ein anderer Lautsprecher kann erheblich mehr Leistung verlangen.

Deshalb würde ich den L-100 weder als Verstärker für „leichte“ Lautsprecher abstempeln noch behaupten, dass er grundsätzlich alles antreiben kann.

Die Kombination entscheidet.

Luxman hat die 20 Watt jedenfalls nicht mit einem kleinen Netzteil kombiniert. Im Gerät sitzen ein großer EI-Transformator und acht 10.000-µF-Siebkondensatoren. Die Ausgangsstufe arbeitet mit drei parallel geschalteten Transistorpaaren pro Kanal.

Das ist ein erheblicher Aufwand für nominell 20 Watt.

Und genau diese Relation macht den L-100 spannend.

Was passiert mit dem Signal?

Auch ein Class-A-Verstärker kann keine Informationen hinzufügen.

Er kann das vorhandene Signal verstärken. Dabei kann er Informationen verändern oder verlieren. Und selbstverständlich kann auch eine bestimmte Verstärkerschaltung einen hörbaren eigenen Charakter besitzen.

Luxman setzt beim L-100 erstmals seine aktuelle LIFES-Technik in einem reinen Class-A-Vollverstärker ein. Dazu kommt die neue LECUA1000-Lautstärkeregelung mit 88 Stufen und eine diskret aufgebaute Vorstufe.

Das muss niemand auswendig lernen.

Interessant ist, dass Luxman hier nicht einfach einen alten Class-A-Verstärker zum Jubiläum neu aufgelegt hat.

Der L-100 verbindet dieses Verstärkerprinzip mit der aktuellen Schaltungstechnik des Hauses.

Wie klingt der L-100?

Hier liegt für mich der eigentliche Grund, sich mit diesem Verstärker zu beschäftigen.

Der L-100 hat eine unglaubliche Ruhe in der Darstellung.

Damit meine ich nicht langsam, weich oder gemütlich.

Musik steht einfach da.

Nichts wirkt nervös oder bemüht. Gleichzeitig fehlt es nicht an Energie, wenn die Aufnahme genau das verlangt.

Und genau diese Art der Darstellung sorgt beim L-100 nicht selten für offene Münder.

Nicht weil der Verstärker irgendwelche Informationen erzeugt.

Sondern weil sehr wenig den Eindruck vermittelt, dass sich zwischen Aufnahme und Lautsprecher ständig ein Verstärker bemerkbar macht.

Bereits mit Lautsprechern mittleren Wirkungsgrades lassen sich hervorragende Ergebnisse erzielen.

Deshalb würde ich mich beim L-100 auch nicht lange an seinen 20 Watt festhalten.

Interessant ist nicht, dass es nur 20 sind.

Sondern darin, was diese 20 Watt können.

Den Rest muss man hören.

Was bekommt man mit dem L-100?

Trotz seines besonderen Verstärkerkonzepts ist der L-100 ein vollständiger Vollverstärker.

Vier Cinch- und zwei symmetrische Eingänge stehen zur Verfügung. Ein Plattenspieler mit MM- oder MC-Tonabnehmer kann direkt angeschlossen werden.

Vor- und Endstufe lassen sich separat nutzen. Zwei Lautsprecheranschlüsse sind vorhanden, ebenso Kopfhöreranschlüsse mit 6,3 und 4,4 mm.

Bass, Höhen, Balance und Loudness können ebenfalls eingestellt werden.

Man braucht also keine zusätzliche Elektronik, nur weil man sich für Class A entscheidet.

Quelle, L-100 und Lautsprecher können bereits die komplette Anlage sein.

Für wen ist der L-100 gedacht?

Für jemanden, der seine Lautsprecher nicht nach der maximal möglichen Wattzahl auswählt und auch beim Verstärker nicht danach sucht.

Der L-100 ist für mich das interessanteste Luxman-Modell für Kunden, die bewusst eine sehr hochwertige, überschaubare Anlage aufbauen möchten und deren Lautsprecher zu diesem Verstärkerkonzept passen.

Das kann ein kompakter Lautsprecher sein.

Das kann genauso gut ein großer Standlautsprecher sein.

Entscheidend sind Wirkungsgrad, Impedanzverlauf, Raum, Hörentfernung und die Pegel, die tatsächlich gehört werden.

Wenn diese Dinge passen, können 20 Watt vollkommen ausreichend sein.

Wenn sie nicht passen, würde ich einen anderen Verstärker empfehlen.

So einfach ist das.

Ist der L-100 sein Geld wert?

Beim L-100 bezahlt man nicht für möglichst viel Leistung.

Das sollte angesichts von 20 Watt offensichtlich sein.

Man bezahlt für den Aufwand, den Luxman betreibt, um genau diese Leistung vollständig in Class A bereitzustellen.

Ein großer Transformator, acht 10.000-µF-Kondensatoren, eine dreifach parallel aufgebaute Ausgangsstufe, die aktuelle LIFES-Schaltung, eine aufwendige Lautstärkeregelung und eine komplette Vorstufe stecken in einem 25,4 Kilogramm schweren Vollverstärker.

Das erklärt den Aufwand.

Rechtfertigen muss ihn trotzdem das Musikhören.

Und genau da funktioniert der L-100 für mich.

Sonst wären 20 Watt einfach nur 20 Watt.

Warum bei Akustik Strauss?

Gerade beim L-100 ist die Beratung wichtiger als die Modellbezeichnung.

Ich möchte wissen, welche Lautsprecher Sie besitzen.

Nicht, damit ich anschließend in einer Tabelle nachsehe, ob dort 20 Watt reichen.

Sondern damit wir beurteilen können, ob diese Kombination tatsächlich sinnvoll ist.

Raumgröße, Hörentfernung und gewünschte Lautstärke gehören genauso dazu.

Wenn es passt, kann der L-100 ein außergewöhnlich guter Verstärker für diese Anlage sein.

Wenn es nicht passt, verkaufe ich Ihnen keinen Class-A-Verstärker, nur weil er gerade das besondere Jubiläumsmodell von Luxman ist.

Bei einer komplett neuen Anlage können wir es noch konsequenter machen und einen Lautsprecher auswählen, der mit dem L-100 tatsächlich funktioniert.

Nicht der beste Lautsprecher aus irgendeiner Liste.

Der richtige für diese Anlage.

Darum geht es.

Luxman L-100 CENTENNIAL

Angebot€11.990,00

Technische Daten

Verstärkerprinzip
Pure Class A

Ausgangsleistung
20 W + 20 W an 8 Ω
40 W + 40 W an 4 Ω

Eingänge
4 × Cinch Line
2 × XLR
1 × Phono MM / MC
1 × Main-In

Ausgänge
1 × Pre-Out
2 × Lautsprecher
6,3-mm-Kopfhörer
4,4-mm-Kopfhörer

Eingangsempfindlichkeit / Eingangsimpedanz
Phono MM: 2,5 mV / 47 kΩ
Phono MC: 0,3 mV / 100 Ω
Line: 180 mV / 47 kΩ
XLR: 180 mV / 55 kΩ
Main-In: 450 mV / 47 kΩ

Frequenzgang
Phono: 20 Hz bis 20 kHz ±0,5 dB
Line: 20 Hz bis 100 kHz, innerhalb −3 dB

Klirrfaktor
≤ 0,005 % bei 1 kHz / 8 Ω
≤ 0,015 % bei 20 Hz bis 20 kHz / 8 Ω

Signal-Rausch-Abstand (IHF-A)
Phono MM: ≥ 80 dB
Phono MC: ≥ 65 dB
Line: ≥ 98 dB

Lautstärkeregelung
New LECUA1000
88 Stufen

Verstärkerschaltung
LIFES 1.1

Ausgangsstufe
Bipolar
3-fach parallel Push-Pull

Dämpfungsfaktor
300

Klangregelung
Bass: ±8 dB bei 100 Hz
Höhen: ±8 dB bei 10 kHz

Stromversorgung
EI-Transformator
8 × 10.000 µF Siebkondensatoren

Leistungsaufnahme
260 W
210 W ohne Signal
0,5 W Standby

Abmessungen B × H × T
440 × 178 × 454 mm

Gewicht
25,4 kg

Lieferumfang
Fernbedienung RA-17A
Netzkabel