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Hier kann die Suche aufhören.

WestminsterLab Omne

Hersteller hochwertiger Audiogeräte erzählen viel. Vom kürzesten Signalweg, kompromissloser Konstruktion, Natürlichkeit, Authentizität und davon, endlich nur noch die Musik zu hören. Ich höre und verkaufe solche Geräte seit Jahren. Vieles davon ist hervorragend. Aber am Ende bleibt es meistens genau das: sehr gutes HiFi. Beim WestminsterLab Omne hatte ich zum ersten Mal ein Problem. Ich konnte nicht erklären, was ich da hörte. Nicht wegen mehr Bass, mehr Auflösung, größerer Bühne oder anderer Eigenschaften aus den üblichen Testberichten. Das gesamte Ergebnis war vom ersten Ton an so ungewöhnlich, dass ich schlicht nicht verstanden habe, was dieser Verstärker anders macht.

Also habe ich weitergehört. Andere Musik. Andere Lautsprecher. Auch kleine Geithain um 4.000 Euro. Das Fragezeichen ist geblieben. In meinem Studio stehen Verstärker, die erheblich mehr kosten und die ich aus Überzeugung verkaufe. Trotzdem sage ich nach allem, was ich bisher gehört habe:

Der Omne ist der beeindruckendste Vollverstärker, den ich kenne.

Und damit wird die Technik dahinter interessant. WestminsterLab hat beim Omne nicht versucht, möglichst viele Funktionen in ein Gehäuse zu bekommen. Im Gegenteil. Außen befindet sich fast nichts. Keine Ansammlung von Tasten, kein großer Lautstärkeregler, keine Bedienlandschaft. Ein dezentes Display, eine minimalistische Fernbedienung und ein Gehäuse aus massivem Aluminium.

Innen sieht die Sache vollkommen anders aus. Der Omne vereint eine vollständig symmetrische Vorstufe und zwei Monoendstufen in einem Gehäuse. Sämtliche Verstärkerstufen arbeiten in reinem Class A. Die Vorstufe übernimmt Architektur und Schaltung des separaten WestminsterLab Quest und arbeitet mit lediglich 6 dB Verstärkung. Die beiden Endstufen leisten 50 Watt an 8 Ohm, 100 Watt an 4 Ohm und 200 Watt an 2 Ohm. Der Spitzenstrom beträgt 12 Ampere. Bei den Leistungstransistoren beschränkt sich WestminsterLab nicht darauf, diese an einem einzelnen Arbeitspunkt zu selektieren. Sie werden über mehrere Bereiche ihrer Kennlinie mit einer Toleranz von einem Prozent aufeinander abgestimmt und anschließend über Stunden unter hoher Belastung geprüft. Auch die Stromversorgung zeigt ziemlich deutlich, wo der Aufwand steckt.

Vier O-Core-Transformatoren versorgen insgesamt 18 voneinander getrennte lineare Versorgungsschienen. Selbst Mikroprozessor und Display besitzen eine eigene lineare Stromversorgung. Vorstufe und Endstufen verfügen über eine voneinander unabhängige Leistungssteuerung.

Reines Class A erzeugt Wärme. Viel Wärme. Deshalb wurden die Kühlkörper aus massiven Aluminiumblöcken gefräst und das Gehäuse selbst in das thermische Konzept einbezogen.

Das ist ein konstruktiver Aufwand, den man erklären kann. Ob er einen Verstärker außergewöhnlich macht, lässt sich damit noch nicht beantworten. Dafür muss man ihn hören. Genau deshalb steht der Omne bei Akustik Strauss. Nicht wegen seiner vier Transformatoren, seiner 18 Stromversorgungen oder weil auf der Homepage Class A steht. Sondern weil das Ergebnis für mich diesen Aufwand erstmals in einer Weise nachvollziehbar macht, die ich beim Hören unmittelbar verstehe. Oder besser gesagt: fühle. Ich habe genügend teure Verstärker gehört, bei denen ich mich anschließend gefragt habe, wofür eigentlich so viel Geld verlangt wird. Beim Omne stellt sich mir diese Frage nicht. Das ist für mich der entscheidende Unterschied. Außen wurde fast alles weggelassen. Innen offenbar nichts, was für das Ergebnis relevant sein könnte.

Vielleicht ist es genau diese Konsequenz, die ich höre. Vielleicht ist es das Zusammenspiel all dieser Maßnahmen. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, was passiert, wenn ich den Omne einschalte.

Und für mich kann an dieser Stelle die Suche nach einem Vollverstärker tatsächlich aufhören.

WestminsterLab Omne

Angebot€39.900,00

Technische Daten

Pure Class A
Vollständig symmetrischer Aufbau
Zwei Monoendstufen
2 × 50 Watt an 8 Ohm
2 × 100 Watt an 4 Ohm
2 × 200 Watt an 2 Ohm
Spitzenstrom: 12 A
Dämpfungsfaktor: > 300, 5 Hz bis 20 kHz
Ausgangsimpedanz: 0,030 Ω

3 × XLR symmetrisch
2 × optionale Modulsteckplätze
Eingangsimpedanz: 51 kΩ
Pre-Out: XLR symmetrisch
Vorstufenverstärkung: 6 dB
Lautstärkeregelung: 99 Stufen plus Mute
Lautsprecheranschlüsse: WBT nextgen 0707

4 O-Core-Transformatoren
18 separate lineare Versorgungsschienen

Abmessungen: 470 × 140 × 447 mm
Gewicht: 35 kg
Ausführungen: Schwarz oder Silber