Die MO-2 gehört zu den Lautsprechern, bei denen ich die ursprüngliche Herkunft aus dem Studio besonders schlüssig finde. Sie wurde nicht entwickelt, um möglichst viel Lautsprecher in ein kleines Gehäuse zu packen. Sie soll auf kurze und mittlere Distanz zuverlässig funktionieren und sich dabei nahtlos mit den größeren Geithain-Systemen kombinieren lassen.
Dafür setzt Geithain auf ein aktives 2-Wege-Koaxialsystem mit einem 160-mm-Tieftöner und einer zentral davor angeordneten 25-mm-Hochtonkalotte. Beide Chassis werden von eigenen MOSFET-Endstufen mit jeweils 80 Watt angetrieben. Der Übertragungsbereich reicht von 46 Hz bis 20 kHz.
Die MO-2 ist damit kein Lautsprecher, der versucht, größer zu sein, als er ist. Und das muss er auch nicht. Seine Aufgabe ist eine andere.
Für welche Räume geeignet
Geithain hat die MO-2 für Hörentfernungen zwischen 1 und 2,6 Metern entwickelt. Damit deckt sie einen erstaunlich großen Bereich vom echten Nahfeld bis zu einer durchaus normalen Hörsituation im privaten Raum ab.
Viel wichtiger als eine pauschale Raumgröße ist deshalb auch hier die tatsächliche Aufstellung. Zur Anpassung lassen sich Tiefton, Hochton und zusätzlich der Bereich um 300 Hz auf der Rückseite korrigieren.
Die MO-2 besitzt keine K-Technologie mit nierenförmiger Bassabstrahlung. Das muss bei der Positionierung berücksichtigt werden, ist aber kein Nachteil des Lautsprechers. Es ist schlicht ein anderes Konzept.
Wer deutlich mehr Tiefgang oder Pegel benötigt, sollte deshalb nicht versuchen, die MO-2 zu etwas zu machen, wofür sie nicht gebaut wurde. Dann gibt es im Geithain-Programm andere Modelle oder die Möglichkeit, sie mit einem Aktivbass zu ergänzen.
Ein kleiner Geithain muss nichts beweisen
Bei kompakten Lautsprechern wird gerne darüber gesprochen, wie erstaunlich groß sie klingen. Ich halte das für eine ziemlich merkwürdige Zielsetzung.
Eine MO-2 soll nicht groß klingen. Sie soll richtig klingen.
Wenn eine Stimme aufgenommen wurde, möchte ich eine Stimme in glaubwürdiger Größe hören. Ein Kontrabass muss Substanz haben, aber ein 160-mm-Tieftöner muss mir nicht vorgaukeln, er wäre ein 400-mm-Chassis. Und wenn die Anforderungen irgendwann über seine Möglichkeiten hinausgehen, nehme ich einen anderen Lautsprecher.
Diese Ehrlichkeit gefällt mir an dem Konzept. Die MO-2 hat einen klar definierten Arbeitsbereich und innerhalb dessen muss sie sich vor den größeren Geithain-Modellen nicht rechtfertigen.
Klangbild
Geithain beschreibt ausdrücklich die klangliche Kompatibilität der MO-2 mit den Lautsprechern der RL- und MO-Baureihe. Das ist ursprünglich für professionelle Anwendungen wichtig, weil unterschiedliche Modelle beispielsweise in Mehrkanalsystemen gemeinsam eingesetzt werden können.
Für mich sagt es aber noch etwas anderes aus.
Bei Geithain kauft man mit einem kleineren Modell nicht plötzlich eine andere Vorstellung davon, wie Musik wiedergegeben werden soll. Die Modelle unterscheiden sich in ihren Möglichkeiten, ihrer Abstrahlung, ihrem Tiefgang und den sinnvollen Hörentfernungen. Sie sollen sich aber nicht durch irgendeine künstliche klangliche Handschrift voneinander absetzen.
Genau deshalb kann eine MO-2 die richtige Entscheidung sein, obwohl daneben erheblich größere und teurere Lautsprecher stehen.
Nicht jeder braucht mehr.
Design & Verarbeitung
Die MO-2 ist mit 254 mm Breite, 398 mm Höhe und nur 245 mm Tiefe ausgesprochen kompakt. Mit 11 kg lässt sie sich zudem wesentlich einfacher integrieren als viele der größeren Systeme.
Das Gehäuse besteht aus MDF und wird serienmäßig mit Echtholzfurnier in Esche schwarz ausgeführt. Andere Furniere und Farben sind optional erhältlich. Die Seitenhalterungen können auf Wunsch entfallen.
Verschiedene Spezialstative und Halterungen sind als Zubehör erhältlich, die entsprechenden Befestigungsmöglichkeiten befinden sich bereits im Gehäuse.
Die komplette Elektronik ist integriert. XLR-Signal und Strom anschließen, aufstellen, an den Raum anpassen und Musik hören. Mehr muss daraus nicht gemacht werden.
Fazit
Die MO-2 ist kein Einstieg in die Geithain-Welt, den man irgendwann zwangsläufig hinter sich lassen muss.
Sie ist ein eigenständiger Monitor für eine klar definierte Hörsituation.
Wer auf kurze bis mittlere Distanz hört, keine extremen Pegel benötigt und keinen Tiefbass bis in die untersten Oktaven verlangt, sollte sich deshalb nicht von den größeren Modellen verrückt machen lassen.
Ein Lautsprecher ist nicht besser, weil er größer ist. Er ist dann besser, wenn er für die Aufgabe, die er erfüllen soll, der richtige ist.
Und genau darin ist die MO-2 ziemlich konsequent.
Hörbar bei Akustik Strauss
Als einer der größten Musikelectronic-Geithain-Händler bieten wir Ihnen das gesamte aktuelle Lautsprecherprogramm des Herstellers an.
Gerade bei den kompakten Modellen lohnt sich eine vernünftige Auswahl. Wir schauen uns Hörabstand, Aufstellung, gewünschten Tiefgang und die tatsächlich benötigten Reserven an und entscheiden danach, welches Modell Sinn ergibt.
Gerne beraten wir Sie bei der Auswahl sowie zu Aufstellung, Ausführung und Bestellung.
Für eine persönliche Beratung oder einen Hörtermin nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.